Warum sich Bauen oder Kaufen heute kaum noch lohnt – weder für Investoren noch für Eigenheimkäufer
Der Traum vom Eigenheim gilt lange als Inbegriff von Sicherheit und Vermögensaufbau. Doch eine nüchterne Betrachtung zeigt: Für viele macht der Kauf oder Neubau einer Immobilie heute wirtschaftlich kaum noch Sinn – weder für private Käufer noch für Investoren.
Hohe Preise, sinkende Renditen und steigende Risiken verändern die Spielregeln grundlegend.
Hohe Preise treffen auf Mini-Renditen
In vielen Regionen haben sich Immobilienpreise in den letzten Jahren weit von den realen Fundamentaldaten entfernt. Baukosten, Grundstückspreise und Finanzierungskosten sind stark gestiegen, während die erzielbaren Mieten kaum im gleichen Ausmass mitgewachsen sind.
Für Investoren bedeutet das:
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Bruttorenditen auf tiefem Niveau
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Hoher Kapitaleinsatz bei begrenztem Ertrag
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Kaum Puffer für Zinsänderungen, Leerstände oder Sanierungen
Was früher als „Betongold“ galt, entwickelt sich zunehmend zu einem kapitalintensiven Anlagegut mit überschaubarem Risiko-Ertrag-Profil.
Eigentum wird zur Generationenfrage
Für viele junge Menschen und Familien ist Wohneigentum faktisch ausser Reichweite geraten. Die notwendige Eigenkapitalquote ist hoch, die Preise sind oft nur noch mit sehr grossem Vermögen oder familiärer Unterstützung finanzierbar.
Selbst bei überdurchschnittlichen Einkommen bleibt der Zugang schwierig:
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Hohe Einstiegshürden beim Eigenkapital
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Strenge Tragbarkeit
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Langfristige Verschuldung bei unsicherer Wertentwicklung
Damit wird Eigentum zunehmend zum Privileg einer älteren Generation, die von früheren Preisniveaus und Vermögenszuwächsen profitiert hat.
Blasenrisiken und neue Unsicherheiten
Hinzu kommen strukturelle Risiken. Steigende Zinsen, regulatorische Eingriffe, energetische Sanierungspflichten und demografische Veränderungen erhöhen die Unsicherheit. In einzelnen Segmenten zeigt sich bereits, dass Preise stagnieren oder unter Druck geraten.
Der Markt wirkt vielerorts überhitzt, während die Ertragsperspektiven schrumpfen. Das klassische Argument „Immobilien steigen immer“ greift immer weniger.
Was sich stattdessen verändert
Immobilien verlieren nicht ihre Bedeutung – aber ihre Rolle. Der Fokus verschiebt sich:
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von maximaler Wertsteigerung
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hin zu Nutzung, Flexibilität und Liquidität
Mieten bleibt für viele rationaler als Kaufen. Kapital wird vermehrt diversifiziert statt in ein einzelnes Objekt gebunden. Und Investoren schauen genauer auf Daten, Risiken und reale Cashflows statt auf vergangene Preisentwicklungen.
Quellen & Einordnung (Summary)
Beobachtungen zur Preisentwicklung, Baukosten und Renditen im Immobilienmarkt.
Marktanalysen zu Tragbarkeit, Eigenkapitalanforderungen und Zinsumfeld.
Redaktionelle Einordnung zur strukturellen Veränderung von Bau- und Immobilienmärkten.
- 14.01.2026