⚠️ Warum künftig Plattformen, Zertifikate und KI entscheiden, welche Firma zu welchem Projekt passt

Die Bauvergabe steht vor einem grundlegenden Systemwechsel

In der Bau- und Handwerkswirtschaft vollzieht sich derzeit ein stiller, aber tiefgreifender Wandel. Künstliche Intelligenz hält Einzug in Such-, Vergleichs- und Vergabeprozesse – und verändert damit nicht nur Abläufe, sondern die Logik der Auswahl.

Künftig entscheidet immer seltener, wer sich am besten verkauft. Entscheidend ist, welche Firma nachweislich zum konkreten Projekt passt.

 

KI trifft keine Entscheidungen – sie bestimmt die Auswahl

Ein verbreitetes Missverständnis: KI ersetzt den Menschen in der Vergabe.
In der Praxis geschieht etwas anderes. KI vorsortiert, priorisiert und filtert. Sie bestimmt, welche Firmen überhaupt noch in der Auswahl erscheinen – lange bevor ein Mensch entscheidet.

Damit verschiebt sich die Macht im Markt: Wer von KI nicht als geeignet erkannt wird, wird faktisch nicht berücksichtigt.

 

Von der Frage «Wer ist gut?» zur Frage «Wer passt?»

Die entscheidende Frage der Zukunft lautet nicht mehr, ob eine Firma gut ist.
Sie lautet:

👉 Welche Firma passt fachlich, qualitativ, organisatorisch und kulturell zu diesem spezifischen Projekt?

Diese Frage lässt sich nicht mit Werbetexten oder Eigenbehauptungen beantworten. Sie erfordert Daten, Vergleichbarkeit und Kontext.

 

Warum Selbstaussagen ihre Wirkung verlieren

KI kann Selbstdarstellungen nicht bewerten. Aussagen wie «wir arbeiten sauber» oder «wir sind zuverlässig» sind für Algorithmen bedeutungslos, solange sie nicht überprüfbar sind.
Was KI braucht, sind strukturierte und validierte Informationen:

  • geprüfte Kompetenzen

  • dokumentierte Projekterfahrung

  • konsistente Qualitätsnachweise

  • Bestätigungen durch unabhängige Dritte

Erst daraus entsteht ein belastbares Eignungsprofil.

 

Plattformen werden zu Matching-Infrastrukturen

Plattformen entwickeln sich von Werbeflächen zu Entscheidungs- und Matching-Systemen.
Ihre Aufgabe ist es nicht mehr, Reichweite zu erzeugen, sondern Passgenauigkeit herzustellen.

Sie beantworten Fragen wie:

  • Welche Firma hat Erfahrung mit genau diesem Projekttyp?

  • Welche Betriebe liefern unter vergleichbaren Bedingungen konstant Qualität?

  • Welche Teams passen zu Budget, Zeitplan und Komplexität?

KI übernimmt dabei die Vorsortierung – der Mensch trifft die finale Entscheidung.

 

Zertifikate als Eignungssignal, nicht als Marketinginstrument

Zertifikate verändern ihre Rolle grundlegend. Sie sind nicht länger ein allgemeines Gütesiegel, sondern ein konkretes Matching-Signal.
Sie zeigen, dass eine Firma:

  • persönlich geprüft und interviewt wurde

  • anhand definierter Kriterien bewertet ist

  • ihre Qualität reproduzierbar nachweisen kann

Für KI sind das harte Fakten – keine Meinungen.

 

Warum Werbung allein nicht mehr genügt

Werbung erzeugt Aufmerksamkeit, aber keine Eignung.
In einer KI-gestützten Vergabelogik zählen nicht Klickpreise oder Sichtbarkeit, sondern Datenqualität, Konsistenz und Vergleichbarkeit.

Das Ergebnis ist eine neue Marktlogik:
Werbung kann sichtbar machen – Plattformen und Zertifikate machen auswählbar.

 

Die Rolle von handwerker.ch

handwerker.ch versteht sich in diesem Wandel als Bau-Intelligence- und Matching-Plattform. Ziel ist es, Firmen nicht nur zu bewerten, sondern kontextbezogen einzuordnen – je nach Projekt, Anforderung und Rahmenbedingungen.

Damit Auftraggeber schneller passende Betriebe finden und gute Firmen nicht mehr über Lautstärke, sondern über nachweisliche Eignung überzeugen.

  • 23.01.2026