⚠️KI, Jobverluste und Städte im Wandel – was das auch für Bau und Handwerk bedeutet

Die Warnungen vor tiefgreifenden Veränderungen durch künstliche Intelligenz mehren sich. Neben dem CEO des KI-Unternehmens Anthropic äussern sich auch Stimmen wie Elon Musk, Mo Gawdat und Ray Dalio mit ähnlichen Einschätzungen. Viele von ihnen gehen davon aus, dass der Umbruch bis 2030 deutlich spürbar sein könnte – möglicherweise schneller und geballter als frühere technologische Veränderungen.

Im Fokus stehen Büro- und Wissensarbeitsplätze. Doch die Auswirkungen beschränken sich nicht auf diese Bereiche. Auch Bau und Handwerk werden von KI und Robotik erfasst – wenn auch mit einer anderen Dynamik.

 

Städte unter Druck – und der Bau mittendrin

Städte wie Zürich, Genf, Basel, Bern und St. Gallen sind wirtschaftlich stark von gut bezahlter Büro- und Wissensarbeit geprägt.

Sollten diese Einkommensgruppen unter Druck geraten, wirkt sich das unmittelbar auf Investitionen aus. Der Bau folgt dem Geldfluss. Typische Effekte wären:
weniger Neubauprojekte,
mehr Zurückhaltung bei grossen Investitionen,
eine stärkere Verlagerung hin zu Renovation, Sanierung und Werterhalt.

Damit verändert sich nicht nur die Nachfrage, sondern auch die Struktur der Bauaufträge.

 

KI und Robotik im Bau: Veränderung statt Verdrängung

Während KI im Büro geistige Arbeit automatisiert, wirkt sie im Bau vor allem rationalisierend und unterstützend.

Bereits heute kommen zum Einsatz:
KI-gestützte Planung und Kalkulation,
automatisierte Ausschreibungs- und Vergabeprozesse,
digitale Vermessung, Inspektion und Dokumentation,
Robotik für repetitive oder körperlich belastende Tätigkeiten.

In den kommenden Jahren dürfte sich dieser Trend beschleunigen – nicht als vollständiger Ersatz von Fachkräften, sondern als Produktivitäts- und Effizienzhebel.

 

Für Handwerker verändert sich die Rolle

Baustellen bleiben komplexe, unstrukturierte Umgebungen. Vollständige Automatisierung ist hier deutlich schwieriger als im Büro. Dennoch verändert sich die Arbeit:

weniger manuelle Routine,
mehr Steuerung von Maschinen und Systemen,
mehr Dokumentation, Koordination und Qualitätssicherung.

Handwerker werden nicht überflüssig – aber ihre Arbeit wird technischer, datenbasierter und stärker vergleichbar.

 

Wettbewerb und Sichtbarkeit gewinnen an Bedeutung

Gleichzeitig verschärft sich der Wettbewerb. Betriebe, die KI und digitale Prozesse effizient einsetzen, können schneller, günstiger und skalierbarer arbeiten. Auftraggeber vergleichen intensiver, prüfen genauer und nutzen zunehmend digitale Vorselektion.

In diesem Umfeld gewinnen Transparenz, Vergleichbarkeit und belastbare Daten an Gewicht – nicht nur für Menschen, sondern auch für automatisierte Systeme.

 

Warum handwerker.ch diesen Wandel früh thematisiert

handwerker.ch befasst sich mit diesen Entwicklungen, weil sie direkte Auswirkungen auf Bau- und Handwerksbetriebe haben.

Wenn KI Arbeitsmärkte, Städte, Immobilien und Investitionsentscheide verändert, betrifft das auch die Auftragslage, die Sichtbarkeit von Betrieben und die Art, wie Auswahl- und Entscheidungsprozesse stattfinden – zunehmend auch automatisiert. Als datenbasierte Plattform beobachtet handwerker.ch diese Verschiebungen frühzeitig, um die Branche auf veränderte Rahmenbedingungen vorzubereiten.

 

Quellen-Summary

Öffentliche Aussagen von Anthropic, Elon Musk, Mo Gawdat und Ray Dalio zu KI und Arbeitsmarktveränderungen.
Analysen zu KI- und Robotikeinsatz in Bauwirtschaft und Handwerk.
Einordnungen zur Wirtschaftsstruktur, Stadtentwicklung und Immobilienmärkte in der Schweiz.

  • 11.02.2026