Die digitale Bedrohung verschärft sich: KI wird zum globalen Risiko-Schock
Allianz Risk Barometer 2026 zeigt eine neue Eskalationsstufe für Unternehmen – und besonders für Bau-KMU
Die Warnsignale werden lauter. Laut dem aktuellen Allianz Risk Barometer 2026 bleiben Cybervorfälle weltweit das grösste Geschäftsrisiko. Doch erstmals steigt künstliche Intelligenz auf Platz zwei der wichtigsten Unternehmensrisiken – mit einem der stärksten Sprünge in der Geschichte der Studie.
Was bedeutet das?
Die digitale Bedrohung verändert ihre Struktur.
Cyber war das Problem – KI verändert die Dynamik
Cyberrisiken sind seit Jahren bekannt. Hackerangriffe, Ransomware, Datendiebstahl oder IT-Ausfälle gehören mittlerweile zur unternehmerischen Realität. Sie greifen bestehende digitale Infrastruktur an und können Betriebsunterbrüche oder massive finanzielle Schäden verursachen.
Doch KI-Risiken funktionieren anders. Sie entstehen nicht nur durch Angriffe von aussen, sondern durch die Integration der Technologie selbst. Sobald KI in zentrale Geschäftsprozesse eingebunden ist, wird sie Teil der Wertschöpfung – und damit auch Teil der Verwundbarkeit.
Fehlerhafte Trainingsdaten, manipulierte Modelle, automatisierte Fehlentscheidungen oder mangelnde Transparenz in Algorithmen können reale wirtschaftliche Folgen haben. KI ist damit nicht nur Werkzeug, sondern potenziell systemisches Risiko.
Während Cyber Systeme angreift, verändert KI die Systeme selbst.
Warum das die Schweizer Bau- und Handwerksbranche betrifft
Die Bauwirtschaft gilt als traditionell – ist aber hochgradig digitalisiert. Elektronische Ausschreibungen, BIM-Modelle, cloudbasierte Projektplattformen, ERP-Systeme und zunehmend KI-gestützte Analysen prägen den Alltag vieler Betriebe.
Ein Cyberangriff kann Projekte verzögern oder sensible Daten kompromittieren. Doch wenn KI in Kalkulation, Risikoanalyse oder Angebotsbewertung integriert ist, entsteht eine zusätzliche Ebene. Falsche oder manipulierte Analysen können Entscheidungen verzerren, Margen beeinflussen oder Projekte wirtschaftlich gefährden.
Gerade Schweizer Bau-KMU stehen hier unter Druck. Sie nutzen digitale Werkzeuge intensiv, verfügen aber oft nicht über spezialisierte AI-Security-Strukturen. Die Innovationsgeschwindigkeit ist höher als die organisatorische Absicherung.
KI wird zur Führungs- und Governance-Frage
Der Aufstieg von KI im globalen Risiko-Ranking zeigt, dass Unternehmen die Tragweite erkennen. KI ist nicht mehr nur Produktivitätshebel, sondern Risikofaktor.
Damit verschiebt sich die Verantwortung. Sicherheit ist keine reine IT-Aufgabe mehr, sondern Teil strategischer Unternehmensführung. Wer KI einsetzt, muss deren Entscheidungslogik verstehen. Wer Prozesse automatisiert, braucht Kontrollmechanismen. Wer Daten zentralisiert, muss deren Integrität sichern.
AI Security bedeutet, Innovation mit Resilienz zu verbinden.
Quellen:
Allianz Risk Barometer 2026 – Global Risk Survey (weltweite Befragung von über 3’000 Risiko- und Versicherungsexperten in rund 100 Ländern)
Allianz Commercial – Analyse zu globalen Geschäftsrisiken 2026
Allianz Schweiz – Einordnung der Risikoentwicklung im europäischen Kontext
Internationale Fachberichte zu AI Security und Governance-Risiken
- 25.02.2026