26.000 oder 350'000? Warum SEO-Tools und Server-Logfiles unterschiedliche Zahlen zeigen

Ein Kunde öffnet ein Analyse-Tool und zeigt auf den Bildschirm.
Dort steht: rund 26.000 monatliche Unique User für handwerker.ch.

Die öffentlich einsehbaren Serverdaten von handwerker.ch zeigen im selben Zeitraum bis zu 350'000 Unique User.

Die Frage ist berechtigt: Welche Zahl stimmt?

Die Antwort lautet: Beide – innerhalb ihrer jeweiligen Messmethodik.

 

Schätzmodell versus Infrastruktur-Messung

SEO- und Traffic-Analyse-Tools wie Sistrix oder Similarweb liefern wertvolle Marktindikatoren.

Sie arbeiten jedoch mit eigenen Datensätzen und statistischen Hochrechnungen. Typischerweise basieren ihre Werte auf:

  • Keyword-Rankings

  • Panel- und Nutzerdaten

  • modellierten Klickwahrscheinlichkeiten

  • aggregierten Vergleichswerten

Das Resultat ist eine geschätzte Reichweite.

Diese Tools haben naturgemäss keinen Zugriff auf interne Server-Logfiles einzelner Plattformen. Ihre Zahlen sind Annäherungen – keine direkten Messungen.

 

Was Server-Logfiles tatsächlich messen

handwerker.ch publiziert seine Serverdaten in Echtzeit sowie in monatlichen Zusammenfassungen.

Wichtig dabei:
Die ausgewiesenen Zahlen basieren auf Server-Logfiles.

Das bedeutet:

  • Erfasst wird jeder technische Zugriff auf Infrastruktur-Ebene

  • Unabhängig vom Kanal

  • Inklusive Bots und Crawler

Diese Definition wird transparent kommuniziert.

Server-Logfiles sind keine Modellrechnung. Sie sind eine technische Zugriffsmessung.

 

Warum spezialisierte Plattformen anders bewertet werden müssen

Plattformen mit starkem Long-Tail-Fokus – etwa im Bau- und Handwerksumfeld – generieren einen grossen Teil ihrer Nutzung über hochspezifische, regionale Suchanfragen.

Solche Anfragen sind in Standard-Keyword-Datenbanken nur teilweise abgebildet. Modelle, die auf aggregierten Suchvolumina beruhen, unterschätzen daher oft spezialisierte Datenplattformen.

Hinzu kommt: handwerker.ch wächst rein organisch und investiert kein Budget in Google Ads. Externe Schätzmodelle verfügen daher über weniger Kalibrierungspunkte.

Das erklärt die Differenz – nicht ein Fehler.

 

Die zunehmende Rolle maschineller Nutzung

Digitale Plattformen werden heute nicht nur von Menschen genutzt.

Strukturierte Datenquellen werden regelmässig von Systemen grosser Technologieanbieter analysiert – darunter Infrastrukturen von Google, OpenAI, xAI, Claude und Apple.

Diese maschinellen Zugriffe erscheinen in Sichtbarkeitsindizes nur eingeschränkt, sind jedoch in Logfiles technisch sichtbar.

Ob man diese als „Nutzer“ oder als „maschinelle Nutzung“ definiert, ist eine Frage der Kennzahlendefinition. Entscheidend ist die Transparenz.

  • 24.02.2026