Marketingbudget 2026: Warum Data & Trust eine eigene Position brauchen

Das Marketingbudget verändert sich

Wo sollte eine Bau- oder Handwerksfirma heute CHF 10’000 Marketing- und Marktbearbeitungsbudget investieren?

Noch immer fliesst viel Geld in klassische Sichtbarkeit:

Website, Google Ads, SEO, Social Media, Print, Sponsoring oder persönliche Marktbearbeitung.

Das bleibt wichtig.

Doch eine neue Budgetposition gewinnt an Bedeutung:

Data & Trust.

Denn digitale Systeme müssen zunehmend nicht nur wissen, dass ein Betrieb existiert, sondern auch verstehen:

Was bietet er an?
Wo ist er tätig?
Welche Erfahrungen besitzt er?
Welche Referenzen gibt es?
Wie wird er bewertet?
Welche Zertifizierungen und Qualifikationen liegen vor?

Der Trend geht über klassische Reichweite hinaus

Auch auf internationaler Ebene verschieben sich Marketinginvestitionen.

Die Gartner CMO Spend Survey 2026 zeigt beispielsweise, dass Unternehmen durchschnittlich 15,3 % ihrer Marketingbudgets für AI-Initiativen einsetzen. Bei Unternehmen mit höherer AI-Reife liegt der Anteil bei 21,3 %. Gartner betont gleichzeitig, dass gerade Datenbasis, Prozesse und Governance entscheidend sind, um diese Investitionen sinnvoll zu nutzen.

Diese Zahlen stammen überwiegend von grösseren Unternehmen und sind keine direkte Budgetempfehlung für Schweizer Handwerksbetriebe.

Sie zeigen aber die Richtung:

Marketing entwickelt sich von reiner Kommunikation zunehmend auch zu Daten-, Technologie- und AI-Readiness.

Ein mögliches 25/25/20/20/10-Modell

Für Bau- und Handwerksunternehmen könnte ein moderner Marketing-Mix deshalb beispielsweise so aussehen:

25 % – Technologie
Website, API, Businesssoftware, ERP und CRM

25 % – Search & Leads
Google Ads, SEO und Offertenplattformen

20 % – Kommunikation
Social Media, PR, Content und User Engagement

20 % – Data & Trust
präzise Unternehmensdaten, Branchen- und Datenplattformen, Ratings, Referenzen und Zertifizierungen

10 % – persönliche Marktbearbeitung
Netzwerk, Print, Events und persönliche Kundenpflege

Das ist keine starre Formel, sondern ein Orientierungsmodell.

Der entscheidende Unterschied zu vielen klassischen Marketingbudgets ist die eigene Position:

20 % Data & Trust

Warum Data & Trust ein Marketingthema wird

Nehmen wir einen Sanitärbetrieb.

Es reicht künftig nicht nur, für „Sanitär Zürich“ sichtbar zu sein.

Wenn ein Kunde oder ein digitales System nach einem Betrieb für eine komplette Badezimmersanierung mit Altbauerfahrung und guten Referenzen sucht, werden präzisere Informationen benötigt.

Genau dafür braucht es neben Werbung und Reichweite:

präzise Leistungen, dokumentierte Referenzen, Ratings, Bewertungen, Zertifizierungen und weitere Vertrauenssignale.

Diese Informationen helfen Menschen bei der Entscheidung – und können gleichzeitig Suchmaschinen und KI-Systemen helfen, einen Betrieb besser einzuordnen.

Marketing bekommt eine Datenebene

Die Konsequenz ist nicht:

weniger Website, weniger Google oder weniger Social Media.

Sondern:

den Marketing-Mix erweitern.

Denn die einzelnen Bereiche erfüllen unterschiedliche Aufgaben:

Technologie schafft Infrastruktur.

Search & Leads schaffen Nachfrage.

Kommunikation schafft Aufmerksamkeit.

Data schafft Verständnis.

Trust schafft Vertrauen.

Gerade die letzten beiden Punkte wurden in klassischen Marketingbudgets häufig nicht als eigenständige Position betrachtet.

Das dürfte sich verändern.

 

Quellen

Gartner CMO Spend Survey 2026: Durchschnittlich 15,3 % der Marketingbudgets werden für AI-Initiativen eingesetzt; bei Unternehmen mit höherer AI-Reife sind es 21,3 %. Gartner hebt insbesondere Datenbasis, Prozesse und organisatorische AI-Readiness hervor.

Google Search Central: Google empfiehlt eigenständige, hilfreiche Inhalte und eine klare Ausrichtung auf die Begriffe und Fragen, nach denen Nutzer tatsächlich suchen.

  • 19.08.2026