Was im Mai 2026 in der Schweizer Bau- und Handwerkerbranche gelaufen ist
Der Mai 2026 zeigte deutlich: Die Schweizer Bau- und Handwerkerbranche ist in Bewegung. Nicht nur auf den Baustellen, sondern auch bei Unternehmensnachfolgen, M&A, Digitalisierung, Gebäudetechnik, Holzbau, Ausbildung und Produktinnovationen.
Fachmessen und Branchentreffpunkte: Nähe zum Markt bleibt wichtig
Am 7. und 8. Mai 2026 fand in Winterthur die Fachmesse Facility-Services.ch statt. Sie positioniert sich als wichtige Schweizer Plattform für Liegenschaftsunterhalt, Gebäudewerterhalt, Reinigung, Dienstleistungen und Facility Management. Gerade für Betriebe rund um Unterhalt, Service, Gebäudehülle, Reinigung und technische Dienstleistungen zeigt sich: Persönlicher Austausch bleibt trotz Digitalisierung ein zentraler Erfolgsfaktor.
Auch das Schweizer M&A-Nachfolge-Forum feierte im Mai in Zürich Premiere. Das Thema passt stark zur Bau- und Handwerkerbranche: Viele KMU stehen in den nächsten Jahren vor Nachfolgefragen. Für Handwerksbetriebe wird die professionelle Übergabe, Bündelung oder Integration in grössere Gruppen zunehmend wichtiger.
M&A und Konsolidierung: Gebäudetechnik bleibt ein aktives Feld
Ein klares Signal kam aus der Gebäudetechnik: Die InstallerGroup Schweiz übernahm im Mai die Elektro ERTI AG aus Bern. Damit erweitert die Gruppe ihre Präsenz erstmals über den Grossraum Zürich hinaus. Elektro ERTI bleibt unter eigenem Namen am Markt und wird weiterhin vom Gründerteam geführt.
Solche Transaktionen zeigen: In der Gebäudetechnik, Elektroinstallation und im technischen Gebäudeservice nimmt die Konsolidierung zu. Gründe dafür sind Fachkräftemangel, steigende Anforderungen, Digitalisierung, komplexere Projekte und der Wunsch nach regionaler Abdeckung mit professionellen Strukturen.
Produktneuheiten und Innovationen: Fenster, Flachdach und Holzbau im Fokus
Auch auf Produktebene gab es im Mai Impulse. EgoKiefer präsentierte neue Holz-Fensterlösungen, die natürliche Ästhetik mit moderner Technik verbinden und insbesondere auch für Bestands- und Denkmalschutzbauten interessant sind.
Im Swissbau Content Hub wurde zudem das Thema Flachdach aufgegriffen. Dabei ging es um typische Fehler in der frühen Planungsphase und die Bedeutung richtiger Entscheidungen bereits vor der eigentlichen Ausführung. Für Handwerks- und Bauunternehmen ist das relevant, weil viele Qualitätsprobleme nicht erst auf der Baustelle entstehen, sondern bereits in Planung, Schnittstellenkoordination und Materialwahl.
Digitalisierung und Ausbildung: Die Branche wird systematischer
Suissetec stellte im Mai die Umstellung auf digitale Lehrmittel in der Grundbildung und höheren Berufsbildung vor. Seit dem 20. Mai 2026 werden neu gekaufte Lehrmittel über den suissetec E-Book Manager bereitgestellt. Für die Gebäudetechnik bedeutet dies einen weiteren Schritt in Richtung digitaler Ausbildung, besserer Zugänglichkeit und moderner Lernprozesse.
Auch beim Schweizerischen Baumeisterverband stand die Weiterentwicklung der Berufe im Fokus. Der neue Berufsabschluss «Projektfachleute Bau» soll die Lücke zwischen Praxis und Theorie schliessen. Gleichzeitig wurde über digitale Maurerausbildung, Fachkräftemangel und neue Anforderungen an die Branche berichtet.
Holzbau und Nachhaltigkeit: Vom Trend zur strukturellen Entwicklung
Der Holzbau blieb im Mai ein wichtiges Thema. In der Schweizer Baukultur wird Holz nicht mehr nur als Nischen- oder Nachhaltigkeitsthema diskutiert, sondern zunehmend als strategischer Baustoff für Wohnungsbau, öffentliche Bauten, Aufstockungen und Verdichtung im Bestand.
Gerade kurze Bauzeiten, Vorfertigung, geringeres Gewicht, CO₂-Speicherung und regionale Wertschöpfung machen Holz für viele Bauprojekte attraktiv. Für Zimmerleute, Holzbauunternehmen, Planer, Fassadenbauer und Generalunternehmer entstehen daraus neue Chancen – aber auch höhere Anforderungen an Planung, Qualitätssicherung und Koordination.
Politik, Kosten und Regulierung: Baumaterialien und Verfahren bleiben Thema
Der Mai zeigte auch die Kostenseite der Branche. Der Schweizerische Baumeisterverband thematisierte zunehmende Teuerung auf Baumaterialien, unter anderem im Zusammenhang mit volatilen Energiepreisen und geopolitischen Unsicherheiten. Für Bauunternehmen bleibt damit die saubere Kalkulation, Vertragsgestaltung und Kommunikation mit Bauherren zentral.
Auch die Stadt Zürich beschäftigte die Branche weiter: Die totalrevidierte Bau- und Zonenordnung 2026 lag bis Anfang Juni öffentlich auf. Solche regulatorischen Anpassungen haben direkte Auswirkungen auf Wohnungsbau, Verdichtung, Klimaschutz, Projektentwicklung und Planungssicherheit.
Fachkräfte, Robotik und Zukunft des Handwerks
Ein starkes Signal aus der Gebäudetechnik kam auch über die Nachwuchs- und Fachkräftedebatte. Suissetec griff im Mai die Aussage «Uns kann man nicht durch Roboter ersetzen» auf. Der Punkt ist wichtig: Technologie, KI und Automatisierung verändern die Branche, ersetzen aber nicht das handwerkliche Können, die Erfahrung vor Ort und das technische Verständnis der Fachkräfte.
Für Bau- und Handwerksbetriebe heisst das: Die Zukunft liegt nicht in «Mensch oder Maschine», sondern in der Kombination aus qualifizierten Fachkräften, digitalen Werkzeugen, besseren Daten, effizienteren Prozessen und klarer Positionierung im Markt.
Quellenhinweis:
Auswertung verschiedener Branchenmeldungen, Verbandsinformationen, Messehinweise und Unternehmensnachrichten aus dem Mai 2026, darunter Swissbau Content Hub, suissetec, Schweizerischer Baumeisterverband, Facility-Services.ch, Handelskammer Deutschland-Schweiz, HSLU Immobilienblog und öffentlich verfügbare M&A-/Nachfolgemeldungen.
Fazit: Der Mai 2026 zeigt eine Branche im Umbau
Der Mai 2026 war kein Monat der grossen Schlagzeile, sondern ein Monat vieler klarer Signale. Die Schweizer Bau- und Handwerkerbranche wird digitaler, konsolidierter, nachhaltiger und datengetriebener. M&A nimmt zu, Ausbildung wird moderner, Produktinnovationen werden spezifischer, Holzbau gewinnt an Bedeutung und regulatorische sowie wirtschaftliche Rahmenbedingungen bleiben anspruchsvoll.
Für Betriebe bedeutet das: Sichtbarkeit, klare Daten, geprüfte Qualität, Referenzen, digitale Prozesse und eine starke Marktposition werden immer wichtiger.
Wer als Bau- oder Handwerksbetrieb heute seine Firmendaten, Kompetenzen, Referenzen und Qualitätssignale strukturiert sichtbar macht, schafft nicht nur Vertrauen bei Kunden – sondern wird auch für Suchmaschinen, Plattformen und KI-Systeme besser verständlich.
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- 30.05.2026
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- Bau, Handwerk & Immobilien
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