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đŸ€” Bauen wir unsere Software bald selbst? Warum KI das GeschĂ€ftsmodell von Office, CAD & Co. infrage stellt

Die Frage, ob Unternehmer in einigen Jahren noch klassische Software wie Office- oder CAD-Programme benötigen, ist längst keine akademische mehr. Sie steht im Zentrum einer Entwicklung, die diese Woche auch an den Börsen sichtbar wurde: Der Tech-Sektor geriet unter Druck, Software-Aktien verloren deutlich an Wert.

Der Grund dafür liegt weniger in einzelnen Quartalszahlen als in einem grundlegenden Zweifel: Was passiert, wenn künstliche Intelligenz Software nicht nur bedient – sondern selbst erzeugt?

 

Wenn Software kein Produkt mehr ist

Bis heute funktioniert Unternehmenssoftware nach einem klaren Prinzip. Firmen kaufen Lizenzen, abonnieren Updates und passen ihre Prozesse den Möglichkeiten der Software an. Dieses Modell hat über Jahrzehnte enorme Gewinne ermöglicht.

Doch mit dem Aufkommen autonomer KI-Agenten gerät dieses Prinzip ins Wanken. Statt fertige Programme zu kaufen, könnten Unternehmen künftig ihre Anforderungen direkt formulieren – und die Software individuell von KI erzeugen lassen.

Ein aktuelles Beispiel aus der KI-Forschung zeigt, wie weit diese Entwicklung bereits fortgeschritten ist: Ein kleines Team liess mehrere KI-Agenten gemeinsam einen vollständigen C-Compiler entwickeln. Das System erreicht heute nahezu die Qualität jahrzehntelang gewachsener Industriestandards – bei einem Bruchteil von Zeit und Kosten.

 

Der Mensch verschwindet nicht – aber seine Rolle ändert sich

Entscheidend ist: Die menschliche Arbeit fällt nicht weg. Sie verschiebt sich.

Statt selbst Code zu schreiben, definieren Menschen Ziele, Testlogiken, Qualitätskriterien und Rahmenbedingungen. Sie gestalten die Umgebung, in der KI produktiv arbeiten kann. Software entsteht nicht mehr durch Handarbeit – sondern durch Systemdesign.

Dieser Rollenwechsel ist es, der Investoren nervös macht. Denn wenn Software immer stärker automatisiert erzeugt wird, verlieren klassische Lizenz- und Abo-Modelle an Bedeutung.

 

Warum der Tech-Sektor nervös reagiert

Die Kursverluste im Technologiesektor dieser Woche sind Ausdruck genau dieser Unsicherheit. Wenn Unternehmen ihre Werkzeuge künftig selbst generieren können, geraten etablierte Softwarehersteller unter Druck.

Warum monatlich für Standardsoftware bezahlen, wenn eine KI:
exakt angepasste Funktionen liefert,
laufend optimiert,
und deutlich günstiger arbeitet?

Diese Frage stellen sich nicht nur Start-ups, sondern zunehmend auch etablierte Unternehmen.

 

Was das für Bau & Handwerk bedeutet

Gerade in der Bau- und Handwerksbranche ist diese Entwicklung besonders relevant. Kaum eine Branche arbeitet mit so individuellen Prozessen, regionalen Normen und betriebsspezifischem Know-how.

Standardsoftware bildet diese Realität oft nur unzureichend ab. KI-basierte, individuell erzeugte Systeme könnten hier einen entscheidenden Vorteil bieten – von Planung und Kalkulation über Dokumentation bis hin zu Ausschreibungen und Vergleichen.

 

Daten werden wichtiger als Software

Der eigentliche Engpass verschiebt sich damit weg von der Software – hin zu den Daten.

KI kann nur das bauen, was sie versteht.
Wer seine Leistungen, Prozesse und Qualitätsmerkmale nicht strukturiert erfasst, bleibt abhängig von Standardlösungen.

Genau hier setzen datengetriebene Plattformen wie handwerker.ch an: mit vergleichbaren, geprüften und maschinenlesbaren Informationen für die Bauwirtschaft.

 

Quellen-Summary

Öffentliche Aussagen und Einordnungen von Anthropic zur Entwicklung autonomer KI-Agenten.
Technische Berichte zur agentenbasierten Entwicklung eines C-Compilers mit Industrie-Benchmarking.
Marktanalysen zur Nervosität und Kurskorrektur im internationalen Tech-Sektor.

Fazit

Die entscheidende Frage lautet nicht, ob Software verschwindet.
Sondern ob Unternehmen künftig noch fertige Software kaufen – oder sie sich situativ von KI erzeugen lassen.

Für Unternehmer bedeutet das:
Weniger Fokus auf Softwarebedienung.
Mehr Fokus auf Datenqualität, Prozesse und klare Anforderungen.

Der Börsencrash im Tech-Sektor war kein Zufall. Er war ein erstes Warnsignal, dass sich das Fundament der Softwarewirtschaft gerade verschiebt.

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