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👩‍🌾 Giardina 2026 – Flopp oder Topp? Die Gartenmesse steht vor ihrer Bewährungsprobe

Neues Messemodell, neue Realität – und viele offene Fragen

Die Giardina 2026 tritt mit einem angepassten Konzept an – und sorgt bereits im Vorfeld für Diskussionen in der Branche. Statt klassischer Standgebühren setzt die Messe neu auf Anmeldegebühren, ein Modell, das insbesondere für kleinere Betriebe attraktiver sein soll. Gleichzeitig fehlen auf der Ausstellerliste mehrere bekannte Namen vergangener Jahre.

Die Frage drängt sich auf: Ist das der notwendige Neustart – oder ein weiteres Zeichen für den Bedeutungsverlust klassischer Messen?

 

Sinkende Besucherzahlen als Warnsignal

Bereits 2025 verzeichnete die Giardina einen Rückgang von rund 10 % bei den Besucherzahlen:
57’000 Gäste statt 64’000 im Jahr 2024. Für 2026 stellt sich nun die zentrale Frage, ob sich dieser Trend fortsetzt.

Branchenbeobachter und Aussteller zeigen sich zurückhaltend. Viele fragen sich, ob das neue Messemodell tatsächlich neue Zielgruppen erschliesst – oder ob sich die Messe weiter von ihrem ursprünglichen Kernpublikum entfernt.

 

Verändertes Publikum, veränderte Erträge

Recherchen von handwerker.ch zeigen: Mehrere ehemalige Aussteller berichten von einem klaren Wandel im Besuchersegment.
Früher sei die Giardina stark von vermögenden Privatkunden geprägt gewesen, die konkrete, grössere Garten- und Landschaftsprojekte vergaben. Diese Aufträge ermöglichten es vielen Betrieben, ihre Messekosten direkt zu refinanzieren.

Heute wird das Publikum von Ausstellern als breiter, aber weniger investitionsstark beschrieben. Das habe direkte Auswirkungen auf die Wirtschaftlichkeit eines Messeauftritts.

 

Weniger Mastergarten, mehr kleine Anbieter

Ein Blick auf die aktuelle Ausstellerliste unterstreicht diese Entwicklung.
Im Vergleich zu früheren Jahren finden sich deutlich weniger Mastergarten-Betriebe, dafür mehr kleinere Garten- und Landschaftsunternehmen. Zum Zeitpunkt der Publikation deutet vieles darauf hin, dass 2026 erneut weniger Mastergarten-Aussteller vertreten sein werden als im Vorjahr.

Ob dies eine direkte Folge des neuen Konzepts ist – oder Ausdruck eines tieferliegenden Strukturwandels – bleibt offen.

 

Hoffnung auf neue Kundensegmente?

Die Messeleitung setzt darauf, mit dem neuen Modell neue Betriebe und neue Besuchergruppen anzusprechen. Ob daraus tatsächlich neue Kundenströme für Gärtner und die Branche entstehen, wird sich erst nach der Durchführung zeigen.

In der Branche überwiegt derzeit jedoch Skepsis. Viele Marktteilnehmer beobachten die Entwicklung aus der Distanz – oder bleiben der Giardina 2026 bewusst fern.

 

Auch handwerker.ch verzichtet auf eine Teilnahme

Vor diesem Hintergrund hat sich auch handwerker.ch entschieden, 2026 nicht mehr an der Giardina teilzunehmen. Die Entscheidung steht exemplarisch für eine breitere Diskussion in der Bau- und Gartenbranche über den Nutzen klassischer Messeformate.

 

Messen unter Druck – ein strukturelles Problem

Die Giardina ist kein Einzelfall. Messen stehen generell unter Druck:
Das Interesse der Besucher nimmt ab, die Konkurrenz durch andere Veranstaltungsformate wächst, und ein Teil des Publikums hat sich dauerhaft in die digitale Welt verlagert.

Plattformen, datenbasierte Vergleiche, Rankings und digitale Sichtbarkeit gewinnen an Bedeutung – während physische Präsenz allein immer seltener ausreicht, um Aufträge zu generieren.

Fazit

Ob die Giardina 2026 zum Topp oder zum Flopp wird, lässt sich heute noch nicht abschliessend beurteilen. Klar ist jedoch: Die Messe steht an einem kritischen Wendepunkt.

Das neue Konzept ist ein mutiger Versuch, auf veränderte Marktbedingungen zu reagieren. Ob er aufgeht, hängt davon ab, ob es gelingt, relevante Besucher mit realer Investitionsbereitschaft zurückzugewinnen – und der Branche wieder messbaren Mehrwert zu bieten.

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