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Helix 02: Humanoider Roboter überschreitet die Schwelle zur realen Arbeitswelt

Das US-amerikanische Robotikunternehmen Figure AI hat mit Helix 02 sein bislang leistungsfähigstes humanoides Robotermodell vorgestellt. Nach Angaben des Unternehmens handelt es sich um das erste System, das den gesamten Körper eines humanoiden Roboters direkt aus Kamerabildern steuert – ohne vorprogrammierte Abläufe, ohne menschliche Eingriffe.

 

Ein Roboter, ein Gehirn, ein Raum

Helix 02 ist in der Lage, eine komplette Küche selbstständig zu erfassen und dort über mehrere Minuten hinweg komplexe Aufgaben auszuführen. Gezeigt wurde unter anderem das vollständige Ein- und Ausräumen eines Geschirrspülers. Der rund vier Minuten lange Ablauf kombiniert Gehen, Greifen, Balancieren und Feinmanipulation zu einer durchgehenden, autonomen Handlung.

Figure AI spricht von der bislang längsten und komplexesten Aufgabe, die ein humanoider Roboter vollständig autonom und ohne Reset bewältigt hat.

 

Alle Sinne rein, alle Muskeln raus

Technologisch setzt Helix 02 auf einen radikalen Ansatz. Sämtliche Sensoren – visuelle Wahrnehmung, Tastsinn und Eigenwahrnehmung der Gelenke – sind direkt mit allen Aktoren verbunden. Dazwischen liegt kein klassisches Steuerungssystem mehr, sondern ein einziges, durchgängiges visuomotorisches neuronales Netzwerk.

Damit entfällt die traditionelle Trennung zwischen Wahrnehmung, Planung und Ausführung. Der Roboter reagiert unmittelbar auf das, was er sieht und fühlt.

 

Lernen statt Programmieren

Das Herzstück des Systems trägt den Namen System 0. Es handelt sich um einen erlernten Ganzkörper-Controller, trainiert mit über 1.000 Stunden menschlicher Bewegungsdaten sowie Simulation-zu-Real-Reinforcement-Learning.

Bemerkenswert ist vor allem der Software-Ansatz: Laut Hersteller ersetzt das neuronale Modell mehr als 109.000 Zeilen handgeschriebenen C++-Codes. Bewegung entsteht nicht mehr durch Regeln, sondern durch Erfahrung.

 

Neue Stufe der Feinmotorik

Dank taktiler Sensoren und Kameras in den Handflächen erreicht Helix 02 Manipulationsfähigkeiten, die bislang als kaum realistisch galten. Demonstriert wurden das präzise Entnehmen einzelner Tabletten, das exakte Dosieren von Flüssigkeiten mit einer Spritze sowie das Sortieren kleiner, unregelmässiger Objekte aus unübersichtlichen Umgebungen – selbst bei teilweiser Selbstverdeckung der Hände.

 

Was bedeutet das für Bau, Immobilien und Handwerk?

Auf den ersten Blick wirkt ein humanoider Roboter in der Küche weit entfernt von Baustellen, Werkhöfen oder Immobilienportfolios. Tatsächlich ist genau diese Umgebung entscheidend. Küche, Wohnung oder Gebäude sind unstrukturierte Räume – vergleichbar mit Baustellen und Bestandsimmobilien, in denen jede Situation anders ist.

Ein System, das solche Räume selbstständig versteht und darin komplexe Aufgaben ausführt, überschreitet damit jene Grenze, die Automatisierung im Bau bislang gebremst hat. Tätigkeiten wie Objektunterhalt, Hauswartung, einfache Montage- und Servicearbeiten oder logistische Abläufe auf Baustellen rücken damit technisch in Reichweite.

Für die Immobilienwirtschaft ergeben sich zudem neue Fragen. Gebäude, die robotik- und KI-fähig sind – etwa durch standardisierte Zugänge, klare Raumlogiken oder digitale Gebäudedaten – könnten künftig effizienter betrieben werden. Betriebskosten, Wartungsmodelle und langfristige Renditeannahmen geraten damit strukturell in Bewegung.

Für das Handwerk bedeutet dies weniger Verdrängung als Verschiebung. Repetitive körperliche Arbeiten geraten unter Effizienzdruck, während Planung, Koordination, Qualitätskontrolle und Spezialwissen an Bedeutung gewinnen.

 

Quellen – Summary

– Offizielle Ankündigungen und technische Beschreibungen von Figure AI
– Herstellerangaben zu Helix 02 und System 0
– Demonstrationsmaterial zu autonomen Küchen-Tasks
– Angaben zu Trainingsdaten, Sensorik und Steuerungsarchitektur

Fazit / Analyse

Helix 02 ist weniger ein Küchengerät als ein Signal. Der entscheidende Fortschritt liegt nicht in stärkeren Motoren, sondern in der Software-Architektur: Ein einziges neuronales System ersetzt zehntausende Zeilen klassischer Steuerlogik.

Damit rückt humanoide Robotik aus der Forschungsnische in Richtung realer Arbeitsprozesse. Für Bauwirtschaft, Immobilienbranche und Handwerk markiert dies einen Wendepunkt. Die Grenze zwischen digitaler KI und physischer Arbeit beginnt sich aufzulösen – schneller und konkreter, als viele Marktteilnehmer bislang erwartet haben.

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