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Über 4 Millionen User-Agent-Anfragen: Warum Transparenz und Trusted Data im KI-Zeitalter wichtiger werden
Suchmaschinen, KI-Crawler und automatisierte Systeme greifen zunehmend auf digitale Unternehmensinformationen zu. Eine aktualisierte Auswertung von handwerker.ch zeigt über vier Millionen registrierte User-Agent-Anfragen innerhalb von 67 Tagen. Gleichzeitig setzt die Schweizer Branchenplattform auf öffentlich zugängliche Echtzeitkennzahlen, monatliche Auswertungen und transparente Messmethoden. Was bedeutet diese Entwicklung für die Bau- und Handwerkswirtschaft?
Über vier Millionen User-Agent-Anfragen in 67 Tagen
Die digitale Unternehmensrecherche verändert sich. Neben Menschen greifen Suchmaschinen, KI-Crawler und weitere automatisierte Systeme auf öffentlich zugängliche Informationen zu.
handwerker.ch analysiert diese Entwicklung anhand einer gesonderten User-Agent-Auswertung.
Im Zeitraum vom 18. August bis 23. Oktober 2026 wurden insgesamt:
4'032'469 User-Agent-Anfragen
registriert.
Innerhalb dieser Messreihe entfielen 562'440 Anfragen auf zehn ausgewählte KI-, LLM- und AI-Search-nahe User-Agent-Signaturen. Dies entspricht rund 14 Prozent aller in dieser separaten Auswertung erfassten Anfragen.
Zu den beobachteten Kennungen gehören unter anderem GPTBot, ClaudeBot, PerplexityBot, OAI-SearchBot und ChatGPT-User.
Die aktualisierten Daten ergänzen die bereits Anfang Oktober veröffentlichte Analyse «55'000 Requests pro Tag: Wenn KI und Suchmaschinen handwerker.ch lesen».
Wichtig ist dabei die Unterscheidung zwischen verschiedenen technischen Zugriffen: Nicht alle registrierten User-Agent-Anfragen stammen von KI-Systemen. Zudem können User-Agent-Kennungen technisch nachgeahmt werden. Die Statistik beschreibt deshalb beobachtete Signaturen und ist kein vollständiger Identitätsnachweis der anfragenden Systeme.
Auch lässt sich aus einem Request nicht ableiten, ob ein bestimmter Betrieb anschliessend in einer KI-Antwort erwähnt, verglichen oder empfohlen wurde.
Transparenz ist bei handwerker.ch bereits Teil des Plattformmodells
Während detaillierte Plattformkennzahlen häufig nur intern ausgewertet werden, veröffentlicht handwerker.ch seine Nutzungs- und Aktivitätsdaten bereits seit Längerem öffentlich.
Über die Seite Reporting Kennzahlen können Interessierte aktuelle Plattformaktivitäten, Auswertungen der letzten 30 Tage sowie die historische monatliche Entwicklung nachvollziehen.
Die öffentlich zugänglichen Informationen umfassen unter anderem Nutzer- und Seitenaufrufzahlen, Unternehmensaktivitäten sowie Aufrufe und Auswertungen im Zusammenhang mit dem Schweizer Baubranchen-Index SBI.
Dabei wird ausdrücklich offengelegt, dass die eigenen Nutzungs- und Reichweitenzahlen auch automatisierte Zugriffe durch Bots, Crawler und KI-Agenten enthalten.
Diese Transparenz gilt ebenfalls für die Kundenreportings von handwerker.ch.
Die zusätzliche User-Agent-Analyse ermöglicht eine vertiefte Betrachtung der maschinellen Nutzung. Sie ist jedoch eine eigenständige Messreihe und darf nicht mit dem gesamten Website-Traffic gleichgesetzt werden.
Auch externe SEO-Kennzahlen werden methodisch getrennt betrachtet. So handelt es sich bei den SISTRIX-Trafficwerten um modellierte Schätzungen organischer Google-Klicks und nicht um tatsächlich gemessene Websitebesuche.
Die transparente Darstellung unterschiedlicher Messmethoden ist ein zentraler Bestandteil des datenorientierten Plattformmodells.
Wenn KI-Systeme Unternehmen recherchieren und vergleichen
Die wachsende Bedeutung automatisierter Informationsverarbeitung könnte auch die Auswahl von Bau- und Handwerksunternehmen verändern.
Eine klassische Google-Suche lautet beispielsweise:
«Gartenbauer Zürich»
Eine KI-gestützte Recherche könnte deutlich spezifischer ausfallen:
«Welche Gartenbauunternehmen im Raum Zürich haben Erfahrung mit Naturgärten, verfügen über passende Referenzen, bilden Lernende aus und weisen nachvollziehbare Qualitätsmerkmale auf?»
Eine solche Fragestellung stellt andere Anforderungen an Unternehmensinformationen.
Neben Firmenname, Adresse und Website werden konkrete Leistungen, Spezialisierungen, Einsatzregionen, Referenzen, Qualifikationen, Zertifizierungen und weitere nachvollziehbare Merkmale relevant.
Ein KI-System kann nur diejenigen Informationen zuverlässig berücksichtigen, die ihm zugänglich sind und die es korrekt interpretieren kann.
Das führt zu einer zentralen Herausforderung: Ein Unternehmen kann über hervorragende Kompetenzen verfügen, ohne dass diese digital ausreichend dokumentiert sind.
Die neue Herausforderung: Auf die digitale Shortlist kommen
Wenn KI-Assistenten künftig häufiger Unternehmen recherchieren, vergleichen oder eine Vorauswahl vorbereiten, könnte die Qualität digital verfügbarer Firmendaten zu einem zusätzlichen Wettbewerbsfaktor werden.
Besonders relevant sind dabei präzise und branchenspezifische Informationen.
Ein Unternehmen, das beispielsweise Wärmepumpen installiert, muss nicht zwangsläufig auch über dieselben Kompetenzen bei komplexen Lüftungs- und Entfeuchtungssystemen verfügen.
Ebenso kann ein Gartenbauunternehmen auf naturnahe Gärten, Schwimmteiche, Dachbegrünungen oder automatische Bewässerungssysteme spezialisiert sein.
Solche Unterschiede lassen sich mit allgemeinen Branchenbezeichnungen nur eingeschränkt abbilden.
Für KI-gestützte Vergleiche können deshalb die sogenannten Longtail-Informationen an Bedeutung gewinnen: konkrete Kompetenzen, Produkte, Verfahren, Einsatzgebiete und Projekterfahrungen.
Entscheidend ist nicht allein, ob ein Unternehmen digital gefunden wird, sondern ob seine tatsächlichen Fähigkeiten zum richtigen Zeitpunkt verständlich und nachvollziehbar verfügbar sind.
Eine gute Datenbasis garantiert allerdings weder eine Aufnahme in die Shortlist noch eine Empfehlung durch ein KI-System.
Trusted Data als Grundlage für zukünftige Branchen-Intelligence
handwerker.ch entwickelt seine Plattform als Vertical Industry Data Platform (VIDP) für die Schweizer Bau- und Handwerkswirtschaft.
Dazu werden Unternehmensdaten strukturiert, kategorisiert, plausibilisiert und laufend aktualisiert. Der Schweizer Baubranchen-Index SBI ergänzt diese Informationen um datenbasierte Unternehmensbewertungen und Vergleichssignale.
Weitere Informationen umfassen unter anderem Leistungen, Standorte, Referenzen, öffentlich verfügbare Bewertungen, Qualifikationen sowie klar gekennzeichnete Prüf- und Zertifizierungsstatus.
Ein wichtiger Unterschied besteht zwischen öffentlich verfügbaren Unternehmensangaben und zusätzlich verifizierten Informationen. Nicht jede Eigenschaft eines Firmenprofils wurde individuell überprüft.
Mit dieser Unterscheidung sollen Menschen, Suchmaschinen und KI-Systeme Unternehmensinformationen differenzierter einordnen können.
Die Daten werden über öffentlich zugängliche Firmenprofile und passende strukturierte Daten maschinenlesbar bereitgestellt. Datenpflege, Bewertungssystematik und zusätzliche Datenfreigaben bleiben kontrolliert.
Der Ansatz lässt sich zusammenfassen als:
Controlled Data. Structured Data. Trusted Data.
Langfristig könnten solche Dateninfrastrukturen auch die Grundlage für einen kontrollierten Informationsaustausch zwischen verschiedenen Branchenökosystemen bilden – etwa in den Bereichen Bauprojekte, Unternehmensdaten, Fachinformationen, Qualifikationen und Nachhaltigkeit.
Viele Anfragen bedeuten nicht automatisch viele KI-Empfehlungen
Die zunehmende Aktivität von KI-nahen User-Agent-Signaturen ist ein interessantes technisches Signal. Ihre Aussagekraft hat jedoch klare Grenzen.
OpenAI unterscheidet beispielsweise zwischen Such-Crawlern, möglichen Trainings-Crawlern und nutzerinitiierten Websiteabrufen.
Auch Google weist darauf hin, dass für die Einbindung von Websites in KI-Suchfunktionen weiterhin grundlegende SEO-Prinzipien gelten.
Damit bleibt die technische Erreichbarkeit nur ein Teil der digitalen Sichtbarkeit.
Ob ein Unternehmen tatsächlich in einer KI-Antwort erscheint, hängt von weiteren Faktoren ab, darunter der konkreten Nutzerfrage, den verfügbaren Informationsquellen und der Verarbeitung durch das jeweilige System.
Eine hohe Anzahl maschineller Anfragen ist deshalb weder ein Beleg für häufige Empfehlungen noch ein eigenständiger Qualitätsnachweis.
Für die Unternehmensrecherche ist vielmehr entscheidend, ob relevante Daten aktuell, präzise und nachvollziehbar bereitstehen.
Quellen und Datengrundlage
handwerker.ch: Interne User-Agent-Auswertung, 18. August bis 23. Oktober 2026. Insgesamt 4'032'469 erfasste Anfragen; davon 562'440 Anfragen mit zehn ausgewählten KI-/LLM-/AI-Search-nahen User-Agent-Signaturen. Die Kennungen wurden nicht durchgehend unabhängig authentifiziert.
handwerker.ch: Öffentliches Reporting mit aktuellen und monatlichen Kennzahlen.
handwerker.ch: 55'000 Requests pro Tag: Wenn KI und Suchmaschinen handwerker.ch lesen.
Google Search Central: KI-Funktionen und deine Website.
OpenAI: Overview of OpenAI Crawlers.
Fazit: Die Zukunft der digitalen Sichtbarkeit beginnt bei den Daten
Die über vier Millionen registrierten User-Agent-Anfragen zeigen, in welchem Umfang unterschiedliche technische Systeme innerhalb eines vergleichsweise kurzen Zeitraums auf handwerker.ch zugreifen beziehungsweise entsprechende Anfragen auslösen.
Die mehr als 562'000 KI-nah klassifizierten Anfragen liefern zusätzliche Hinweise auf die maschinelle Nutzung der Plattform.
Mindestens ebenso wichtig wie diese Zahlen ist jedoch die Frage, wie Unternehmen künftig digital wahrgenommen und eingeordnet werden.
Für die Schweizer Bau- und Handwerkswirtschaft könnte eine neue Phase entstehen: Neben klassischer Suchmaschinenoptimierung und einem professionellen Online-Auftritt gewinnt die Qualität strukturierter, nachvollziehbarer Unternehmensdaten an Bedeutung.
Denn wenn KI-Systeme künftig häufiger an der Recherche und Vorauswahl von Unternehmen beteiligt sind, werden vollständige Informationen, klar dokumentierte Kompetenzen und überprüfbare Vertrauenssignale zu wichtigen Voraussetzungen für eine fundierte digitale Einordnung.
handwerker.ch will diese Entwicklung mit einer offenen Berichterstattung über seine Kennzahlen und einer kontrolliert gepflegten Unternehmensdatenbasis begleiten.
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- 24.10.2026
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